Automatische Anfangs-Liebe
Sehnen Sie sich auch zurück nach dieser Leichtigkeit, die die Liebe am Anfang der Beziehung hatte? Selbstverständlich haben Sie sich Zeit füreinander genommen, sich füreinander interessiert, viel gemeinsam unternommen, körperliche Nähe gesucht. Das war nicht anstrengend, das war Vergnügen. Ein Hoch auf die Hormone!
Auf Dauer geht das allerdings nicht von alleine so weiter.
Gesteuerte Langfrist-Liebe
Das, was anfangs selbstverständlich und von alleine passiert ist, erfordert irgendwann, wenn der Alltag zuschlägt, bewusste Entscheidungen und dazu passende Handlungen.
Wenn Paare in der Paarberatung bei mir aufschreiben, welche wesentlichen Zutaten in eine schmackhafte Liebesbeziehung gehören, nennen sie Dinge wie
- sich einander zuwenden
- sich füreinander interessieren
- sich umeinander kümmern
- körperliche Nähe
- gemeinsame Unternehmungen
- zusammen lachen
Alles kein Hexenwerk. Am Anfang lief’s doch auch. Wieso machen wir es dann nicht? Ganz einfach: In der Zeit, in der wir das tun,
- können wir uns nicht um unseren eigenen Kram kümmern,
- können wir nicht unseren unzähligen Verpflichtungen nachkommen,
- können wir nicht unseren individuellen Hobbys nachgehen,
- hängen wir nicht unseren Gedanken nach,
- basteln wir nicht an unserer Karriere und erledigen auch kein berufliches Projekt,
- scrollen wir nicht durch die witzigen Social Media Storys,
- können wir uns nicht einfach dem Alltagstrott hingeben.
Jede Entscheidung dafür, sich um die Paarbeziehung zu kümmern, ist eine Entscheidung dagegen, in der Zeit etwas anderes zu tun. Und wenn Sie erst einmal im Alltagstrott drin stecken, ist das richtig Aufwand für Ihr Gehirn. Trotzdem: Wenn Sie es tun, winkt Vergnügungspotenzial. Dann wäre Liebe Aufwand und – als Belohnung – Vergnügen.
Die Vergnügungsbremse lösen
Im Alltagstrott weiß Ihr Gehirn, was es zu erwarten hat, und das Vertraute gibt ein Gefühl von Sicherheit, selbst wenn es vertrautes Elend ist. Außerdem hat Ihnen das vielleicht niemand erzählt, dass man für das Paarvergnügen etwas tun muss. Wer weiß, womöglich zeigt sich auch, dass da wirklich kein Vergnügen mehr zu holen ist.
Die Vergnügungsbremse setzt sich manchmal aus Bequemlichkeit, verschobenen Prioritäten, Angst vor Unsicherheit und Vorsicht aufgrund alter Verletzungen zusammen. Um sie zu lösen, müssen manche Paare nur – gleichzeitig – den Hintern hochkriegen . Andere müssen erst einmal alte Wunden versorgen.
Was jede und jeder sofort tun könnte, selbst wenn der Partner / die Partnerin noch nichts ändert: Mindestens einmal am Tag ein paar Sekunden bis Minuten dem / der anderen die volle Aufmerksamkeit schenken.
Fazit
Ist Liebe jetzt Arbeit oder Vergnügen? Ich behaupte: Sie ist mit gezieltem Aufwand verbunden, der meist in mehr Vergnügen mündet.
Viele Paare können die Kurve zu mehr Vergnügen allein hinbekommen. Bei manchen erscheinen die Muster im Miteinander dafür zu festgefahren. Und die meisten hätten es mit passender Begleitung zumindest viel leichter.
Wenn Sie sich dafür interessieren, buchen Sie gerne ein telefonisches Vorgespräch, damit wir prüfen, ob ich Ihr Anliegen sinnvoll begleiten könnte.